Forum

Bei den Forumssitzungen kommen alle ehrenamtlich oder beruflich engagierten Mitglieder zusammen. Sie besprechen Themen oder fällen Entscheidungen, die die gesamte Arbeit des Forums KinderarMUT betreffen. Es werden auch verschiedene Aktionen geplant, wie z.B. die Teilnahme mit einem Stand auf dem Pekermarkt. Außerdem werden Themen ausgewählt, woran die Gruppe hauptsächlich arbeiten möchte. Seit Oktober 2011 setzen sich die Beteiligten mit den Problemen des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) auseinander.

Seit dem 1. Januar 2011 haben Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II (SGB II), Sozialhilfe (SGB XII), Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen im Rahmen des AsylbLG bekommen einen Rechtsanspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe. Damit sind Zuschüsse für Mittagessen und Ausflüge in Kita und Schule, für Schulbedarf, Lernförderung und Schülerbeförderung sowie für kulturelle Angebote, Sport und Freizeit gemeint. Diese Leistungen müssen pro Kind pro Leistung beantragt werden.

Die Engagierten des Forums recherchieren und erarbeiten Lösungen, damit das Bildungs- und Teilhabepaket für Familien im Uslarer Land leichter in Anspruch genommen werden kann.

Im Oktober 2012 haben elf Mitglieder des Forums KinderarMUT in Berlin fünf Bundestagsabgeordnete aus dem Ausschuss für Arbeit und Soziales mit den Problemen des Bildungs- und Teilhabepakets konfrontiert und haben Verbesserungen eingefordert. Die Aktion wurde mit großer Unterstützung des Forums Community Organizing (FOCO e.V) und acht weiteren Projekten, die mit der Methode arbeiten, durchgeführt. Die Abgeordneten aller Parteien bestätigten zwar den Handlungsbedarf, jedoch haben sich die Engagierten des Forums KinderarMUT entschieden, nicht auf eine Lösung auf Bundesebene zu warten, sondern vor Ort zu handeln.   

Das Forum KinderarMUT hat 2012 durch Recherchen vor Ort festgestellt, dass z.B. der Mittagessenszuschuss des Bildungs- und Teilhabepaketes im Raum Uslar nur sehr gering in Anspruch genommen wird. Zu dem Zeitpunkt gab es ca. 330 Kinder und Jugendliche, die in Uslar und Bodenfelde leben und einen Anspruch auf das BuT hatten. Betroffene Familien müssen pro Kind einen gesonderten Antrag für den Mittagessenszuschuss stellen und haben pro Mahlzeit einen Eigenanteil i.H.v. 1 € an die Kita oder Schule zu entrichten. Durch die Sammlung von Fallbeispielen wurde deutlich, dass finanzielle Hürden abgebaut und die Antragswege erleichtert werden müssen, damit mehr anspruchsberechtigte Kinder und Jugendliche am Mittagessen in der Kita oder Schule teilnehmen können. Sowohl Eltern als auch Vertreter von Schulen und Kitas führten diese beiden Aspekte als Kernprobleme an, warum die Teilnahme von Anspruchsberechtigten am Mittagessen so gering ausfällt.

Die Ergebnisse der Recherche nahm das Forum zum Anlass, um das Projekt „Jeder isst mit!“ zu planen und die beteiligten Kitas und Schulen ins Boot zu holen. Somit ist die Projektgruppe "Jeder isst mit!" entstanden.